28.04.26_nr10_HornhautRocks
Mit 15 habe ich begonnen Gitarre zu spielen.
Mein Freund Christof gab mir den Anstoß dazu.
Wie ich auf den Vorschlag damals reagiert habe weiß ich nicht mehr,
aber ich borgte mir eine Gitarre von meiner Stiefschwester und Christof und ich legten los.
Draußen in der Sonne. Es war Frühling Zweitausendirgendwas.
Nirvana, Come as you are.
Dadadadaaa Dada Dada Daa Dada Dadadaaa
Und schon stehst du auf der großen Bühne
während du in der Wiese vor der Garage sitzt.
Als ich mich zum zweiten Mal mit Christof zum Spielen traf war ich fast beleidigt als er mir sagte, dass meine Gitarre verstimmt sei.
„Geh! Ich hab sie ja beim letzten Mal schon gestimmt!“
Bei dieser Erinnerung muss ich an Lola denken, der ich nun, mit 38, versuche das Spiel mit diesem Instrument näher zu bringen.
Wie geht das?!
„Immer gerade sitzen. Das Handgelenk tief, den Daumen hinter das Griffbrett. Und die Saiten sauber mit den Fingerkuppen greifen.“
„Auuuuu!! Das tut weh!“
„Ui haha...jaa, da musst du leider durch. Wenn du dran bleibst ist das in ca zwei Wochen vorbei.“
An meine schmerzenden Fingerkuppen von damals kann ich mich nur noch vage erinnern.
Aber ich weiß noch, dass ich fasziniert beobachtete wie der Schmerz von Mal zu Mal nachließ und einer dicken Haut wich.
Ich war richtig stolz auf diese sichtbare körperliche Veränderung, die mir meinen Fortschritt als Gitarrist vor Augen hielt.
Mir fällt dieser Spruch ein: „Für sowas braucht man eine dicke Haut.“
Ich dachte immer damit sei die gesamte Körperoberfläche gemeint.
Aber wenn man überall eine dicke Haut hat gibt es auch keine schmerzempfindlichen Stellen mehr.
Und damit auch keinen Schmerz.
Schmerz, der so wichtig ist
um uns die Veränderung und damit unsere Entwicklung
vor Ohren zu führen.